Viele Haus- und Wohnungsbesitzer stellen sich zunächst die Frage, ob sie den Schimmel selbst entfernen können oder ob eine professionelle Schimmelbeseitigung erforderlich ist. Die Antwort hängt immer von der Ursache, der Größe des Schimmelbefalls und der betroffenen Bausubstanz ab. Während sich kleinere, oberflächliche Schimmelflecken unter bestimmten Voraussetzungen selbst behandeln lassen, sollte bei größerem, wiederkehrendem Schimmel oder wenn die Ursache unklar ist grundsätzlich ein zertifizierter Schimmel-Fachbetrieb beauftragt werden.
Wann kann Schimmel selbst entfernt werden?
Ein oberflächlicher Schimmelbefall auf einer kleinen Fläche – beispielsweise weniger als etwa einem halben Quadratmeter – kann in Einzelfällen selbst beseitigt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Schimmel ausschließlich oberflächlich entstanden ist und keine tieferliegende Feuchtigkeit, kein Wasserschaden oder ein baulicher Mangel die Ursache ist. Viele handelsübliche Reiniger oder Hausmittel beseitigen lediglich den sichtbaren Schimmel. Die eigentliche Ursache bleibt jedoch häufig bestehen. Dadurch wachsen Schimmelpilze oft schon nach kurzer Zeit erneut. Aus einer scheinbar kleinen Stelle kann sich so innerhalb weniger Monate ein deutlich größerer Schimmelbefall entwickeln.
Warum reicht das Entfernen der Schimmelflecken häufig nicht aus?
Der größte Irrtum besteht darin, dass Schimmel lediglich ein Oberflächenproblem sei. Tatsächlich ist sichtbarer Schimmel oft nur das Symptom eines tieferliegenden Problems.Häufige Ursachen sind:dauerhaft feuchte Wände, Feuchtigkeitsschäden, ein unbemerkter Wasserschaden, undichte Leitungen, Kondenswasser, unzureichende Dämmung, Wärmebrücken, Baufeuchte nach Neubau oder Sanierung, mangelnde Lüftung in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit. Bleiben diese Ursachen bestehen, helfen weder Schimmelentferner noch Farbe oder kurzfristige Reinigungsmaßnahmen. Der Schimmel bildet sich erneut und kann sich unbemerkt hinter Tapeten, Möbeln, Trockenbauwänden oder Dämmmaterial weiter ausbreiten. Eine nachhaltige Schimmelsanierung beginnt deshalb immer mit der Suche nach der Ursache und nicht mit dem Entfernen der sichtbaren Flecken.
Welche Rolle spielen Feuchtigkeit und Bautrocknung?
In vielen Fällen entsteht Schimmel durch falsches Nutzerverhalten oder dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit im Gebäude. Nach einem Rohrbruch, einem Starkregenereignis oder einem anderen Wasserschaden reicht das bloße Trocknen der Oberfläche nicht aus. befindet sich noch Restfeuchte im Mauerwerk, Estrich oder in der Dämmschicht. Diese Feuchtigkeit ist mit bloßem Auge häufig nicht sichtbar, bietet Schimmelpilzen jedoch ideale Wachstumsbedingungen. Deshalb gehört zu einer professionellen Schimmelsanierung häufig auch eine technische Bautrocknung. Je nach Schadensbild kommen dabei verschiedene Verfahren zum Einsatz, beispielsweise: Wandtrocknung oder technische Trocknung nach Feuchtigkeitsschaden. Erst wenn die betroffenen Bauteile vollständig getrocknet sind, kann der Schimmel dauerhaft entfernt werden. Ohne diese Maßnahmen besteht ein hohes Risiko, dass der Schimmel erneut auftritt.
Wann sollte ein zertifizierter Schimmel-Fachbetrieb beauftragt werden?
Eine professionelle Schimmelbeseitigung empfiehlt sich immer dann, wenn: der Schimmel immer wieder zurückkehrt, der Befall größer wird, mehrere Räume betroffen sind, Schimmel nach einem Wasserschaden entstanden ist, der Schimmel hinter Möbeln, Tapeten oder Verkleidungen sitzt, feuchte Wände oder Decken vorhanden sind,gesundheitliche Beschwerden auftreten,Unsicherheit über die Ursache besteht. Ein zertifizierter Fachbetrieb beurteilt zunächst den gesamten Schaden und untersucht die Feuchtigkeitsursache. Anschließend wird entschieden, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Schimmel dauerhaft zu beseitigen und die Bausubstanz langfristig zu schützen.
Warum ist eine professionelle Schimmelbeseitigung langfristig günstiger?
Viele Eigentümer möchten zunächst Kosten sparen und versuchen, den Schimmel selbst zu entfernen. Kurzfristig erscheint das oft günstiger. Wird jedoch die Ursache nicht beseitigt, entstehen häufig Folgeschäden an Putz, Mauerwerk, Estrich oder Dämmung. Je länger Feuchtigkeit unentdeckt bleibt, desto größer wird der Sanierungsaufwand. Aus einem kleinen Schimmelfleck kann innerhalb weniger Monate eine umfangreiche Schimmelsanierung mit deutlich höheren Kosten werden. Eine professionelle Schimmelentfernung sorgt deshalb nicht nur dafür, dass der sichtbare Schimmel verschwindet. Sie verhindert auch weitere Feuchtigkeitsschäden, schützt die Gesundheit der Bewohner und trägt zum langfristigen Werterhalt der Immobilie bei.
Fazit
Ob Schimmel selbst entfernt werden kann oder eine professionelle Schimmelbeseitigung notwendig ist, hängt immer von der Ursache und dem Ausmaß des Schadens ab. Sobald Feuchtigkeit, ein Wasserschaden, wiederkehrender Schimmel oder größere befallene Flächen vorliegen, sollte die Sanierung einem zertifizierten Fachbetrieb überlassen werden. Durch eine fachgerechte Schimmelentfernung, die Beseitigung der Feuchtigkeitsursache und – wenn erforderlich – eine technische Bautrocknung lässt sich der Schimmel nachhaltig beseitigen und ein erneuter Befall zuverlässig verhindern.